Gedanken für die Gemeindezeitung WIR4

Liebe Leserin, lieber Leser,

seit bereits einem ganzen Jahr stellt „Corona“ unser Leben auf den Kopf. In der Familie, im Beruf, in der Schule müssen wir mit Einschränkungen leben und damit umgehen – immer unter der Prämisse, dass wir da durch müssen, es schaffen müssen, das Bestmögliche aus der derzeitigen Situation rausholen – und stets mit der Überzeugung, dass in absehbarer Zeit dies alles überstanden ist. Viele von uns sind durch die Pandemie und die daraus erfolgten Maßnahmen hart getroffen worden, haben gesundheitliche oder wirtschaftliche Probleme oder gar liebe Menschen an dieses heimtückische Virus verloren. Eine nie dagewesene Ausnahmesituation beeinflusst uns jeden Tag aufs Neue. Das Virus greift genau da an, wo wir am verletzlichsten sind: In unserem sozialen Leben, unserem Miteinander.

Und doch: In all dieser furchtbaren Zeit wurde uns deutlich vor Augen geführt, was wirklich wichtig ist im Leben: Unsere Familie, unsere Freunde, Gesundheit, Zusammenhalt, Miteinander, Vertrauen, Unterstützung, Solidarität – und dass wir auf Vieles davon zurückgreifen können und es so viel gibt, für das wir dankbar sein können. In der Schule Am Krausen Bäumchen haben die Kinder im Religionsunterricht einen Dankbarkeitswürfel gebastelt, auf welchen sie schreiben und malen konnten, für was sie dankbar sind. Immer, wenn die schlechte Laune Überhand nehmen möchte, können die Kinder nun ihren Dankbarkeitswürfel nehmen und sich mit jedem Wurf neu daran erinnern, dass es so viel Gutes gibt in unserem Leben – trotz aller Einschränkungen. Auch Eltern haben für sich solch einen Dankbarkeitswürfel gebastelt und die Anregung angenommen. 

Musste es tatsächlich so weit kommen, dass wir uns dessen wieder stärker bewusst werden, musste unsere Gesellschaft wirklich dermaßen wachgerüttelt werden? Die Kinder lehren uns jeden Tag aufs Neue, dass wir uns nicht von solch einem Virus unterkriegen lassen dürfen – dass wir sogar gestärkt aus dieser Situation herausgehen können. Freude, Lachen, Miteinander, Spaß und Vertrauen, das zeigen uns die Kinder jeden Tag hier in der Schule – und das ist das Kostbarste, was wir erfahren können. Es sind die kleinen Dinge, die uns glücklich machen. So sagten mehrere Kinder unabhängig voneinander, dass sie es genießen würden, dass wir im Rahmen der Gottesdienste wieder miteinander singen – draußen, unter freiem Himmel ist das möglich. Auch nach Corona werden wir unsere Gottesdienste auf dem Schulhof feiern – miteinander und voller Freude und Hoffnung – und dann auch wieder mit der gesamten Schulgemeinde.

Miteinander – GEMEINSAM – schaffen wir diese Zeit! 

In Religion fragen wir uns immer danach, was die Bibel mit uns zu tun hat, mit unserer Lebenswirklichkeit. Grade jetzt stellen die Kinder ihr Leben in Bezug zur Bibel – ganz unbefangen, ganz unbedarft – und dadurch um so klarer und aussagekräftiger. Die Gedanken der Kinder sind eine Wucht, eine Macht, die wir Erwachsenen aufgreifen und bedenken sollten: Gott hat uns versprochen, immer bei uns zu sein, uns zu sehen – wir sind wichtig. Gleichzeitig braucht es aber auch unser Vertrauen und unsere Kraft – wir sind selbst verantwortlich, was wir aus dieser Situation machen: Ob wir die Einschränkungen, die Sorgen und die Angst Überhand nehmen lassen, erlauben, dass unser Leben davon bestimmt wird – oder ob wir das Vertrauen, das Miteinander und unsere starke Gemeinschaft nutzen, um GEMEINSAM bestmöglich durch diese Zeit zu kommen. Und ob wir hinterher sagen können: Wir haben es geschafft – GEMEINSAM – wir sind stark und wir können aufeinander bauen. Wenn wir dies uneingeschränkt bejahen können, haben wir gewonnen – so unendlich viel! Die Bibel gibt uns hier so viele Beispiele. Es lohnt sich, ab und zu in diesem „Buch der Bücher“ zu lesen – die Kinder machen es uns vor!

So viele Einschränkungen die Pandemie auch im Schulalltag mit sich gebracht hat, so gibt es auch die vielen kleinen, manchmal ganz unbewussten Dinge, Gesten, Worte, Gefühle, welche uns darauf vertrauen lassen: „Wenn wir zusammenhalten, wird alles gut!“

Herzliche Grüße, im Namen des gesamten Teams der Schule Am Krausen Bäumchen,

Ihre Monika Hillebrand